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Fledermaus-Schutz

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Arbeitskreis Fledertierschutz Solingen e.V. AKFSG

Wermelskirchen: Zusammenfassung            / 3 von 3

Auszug (mit freundlicher Genehmigung der Autoren und Herausgeber) aus der Veröffentlichung, sämtliche Rechte vorbehalten:

Dr. Henrike und Holger Körber, Andrea Will, Gerhard Hilverkus: Bestandsaufnahme der Fledermäuse im Raum Wermelskirchen (Bergisches Land), 1995

Zusammenfassung

Von 1991 bis 1995 haben wir Fledermäuse im Raum Wermelskirchen kartiert. In Wermelskirchen finden sich über das gesamte Gemeindegebiet verteilt Fledermäuse. Folgende sechs Arten wurden detektiert:

Art                          /   Häufigkeit / letztes Fundjahr / ZQ / SQ / WQ /Flugbeobachtung

Wasserfledermaus       häufig                1995               +                +                 +

Zwergfledermaus         mittel                 1995               +                                   +

Fransenfledermaus       selten                1992                                 +

Braunes Langohr         gering                1995                                 +

Breitflügelfledermaus  selten                  1993                                                     +

Großer Abendsegler    selten                 1993                                                     +

 

Die meisten Tiere wurden beim Jagdflug beobachtet. Jede kartierte Wasserfläche war besetzt, wobei vorrangig Wasserfledermäuse dieses Biotop besetzen. Zwergfledermäuse sind sowohl über Wasserflächen als auch im städtischen Bereich zu finden. Auch wenn sie mehr Biotope besetzen, haben sie eine deutlich geringere Populationsstärke als die Wasserfledermäuse. lnnerstädtisch konnte außerdem eine Breitflügelfledermaus und am Stadtrand ein großer Abendsegler nachgewiesen werden.

Waldbiotope wurden bisher nicht kartiert.

Insgesamt wurden fünf Winterquartiere und ein Zwischenquartier ermittelt. Die Quartiere waren mit wenigen Tieren besetzt, wobei die Langohren vorherrschten. Es wurden aber auch Wasserfledermäuse gefunden und eine Fransenfledermaus.

Sommerquartiere fehlen.

Ein Bestand von max. 107 Fledermäusen in 18 Biotopen*  ist ein deutliches Warnzeichen für die Bedrohung der Fledermäuse in Wermelskirchen.

* Der Standort Dhünntalsperre wurde mit sieben verschiedenen Beobachtungsstellen als ein Biotop gerechnet. Allein auf dieses Biotop entfallen von den 107 Fledermäusen 63 Tiere, sodaß eigentlich von 44 Tieren in 17 Biotopen, als etwa 2-3 Tiere / Biotop ausgegangen werden muß. Selbst bei einem Fehler von 200% wären das Populationsstärken von weniger als 10 Tieren / Biotop.

Die vorgefundenen Fledermauspopulationen geben wenig Anlaß zu Freude. In Wermelskirchen müssen die Fledermäuse als stark gefährdet angesehen werden. Gründe für diese angespannte Situation sind nicht offensichtlich. Man muß jedoch davon ausgehen, daß der Bestand rückläufig ist, wenn man bedenkt, daß alte Wermelskirchner von massenhaften Auftreten in einzelnen Quartieren bzw. Biotopen berichten. Diese Quartiere sind heute verschüttet, abgerissen oder durch den Aufstau der Dhünntalsperre überflutet.

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, daß mit zunehmender Mechanisierung und Rationalisierung in der Landwirtschaft, aber auch der zunehmenden Bevölkerungsdichte und der einhergehenden Zersiedlung der Landschaft die Fledermausbestände zurückgegangen sind.

Problematisch bleibt der hohe Einsatz von Pestiziden und Insektiziden und die veränderte Forstwirtschaft, die nur noch wenig Altholzbestände zuläßt. Die Verkehrssicherheitspflicht führt dazu, daß auch im innerstädtischen Bereich, sowie an Straßen potentielle Fledermausbäume beseitigt werden.

Eine weitere Vernichtung der Lebensräume ist der Ausbau und die Behandlung von Dachböden (Holzschutzmittel).

Neben diesen allgemeinen Phänomenen mögen aber die klimatischen Bedingungen der Hauptgrund für das insgesamt geringe Auftreten der Fledermäuse im Bergischen sein. Diese Beobachtung deckt sich mit der Beobachtung der Artenvielfalt bei Schmetterlingen, die im klimatisch milderen Rheineinzugsbereich erheblich größer ist als im Bergischen Land (F.Nippel pers. Mitteilung).

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Literaturhinweise unter     :             Literaturliste