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Fledermaus-Schutz

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Arbeitskreis Fledertierschutz Solingen e.V. AKFSG

Wermelskirchen: Ergebnisse                       / 2 von 3

Auszug (mit freundlicher Genehmigung der Autoren und Herausgeber) aus der Veröffentlichung, sämtliche Rechte vorbehalten:

Dr. Henrike und Holger Körber, Andrea Will, Gerhard Hilverkus: Bestandsaufnahme der Fledermäuse im Raum Wermelskirchen (Bergisches Land), 1995

Beurteilung der derzeitigen Bestandssituation

Derzeit konnten in Wermeiskirchen sechs Arten nachgewiesen werden. Für eine Fläche von 74,65 qkm ist die Gesamtzahl von 107 nachgewiesenen Fledermäusen / Jahr ein deutlicher Beweis für die Bedrohungen dieser Tierfamilie.

1. Die häufigste Fledermaus im Gemeindegebiet ist die Wasserfledermaus, die ausschließlich über Wasserflächen beobachtet wurde.

Myotis daubentonii - Wasserfledermaus- (KUHL 1819) A3

Sie wurden im Bergischen bereits mehrfach nachgewiesen. An der Stadtgrenze nach Remscheid im Eschbachtal konnten wir 1993 über dem Fließgewässer und den angrenzenden Teichen Wasserfledermäuse kartieren. In den an Wermelskirchen angrenzenden Gemeinden Hückeswagen und Burscheid (Skiba 1988, Berg et al. 1992), an den Wupperhängen bei Solingen (H.Pötzsch, pers. Mitteilung), in Bergisch Gladbach, Overrath und Rösrath (Berg et al.1992), an der Dhünn in Leverkusen (Puff 1990) und dem Oberbergischen Kreis ( Buchen, Herhaus, Karthaus, Kolodzie und Skiba 1988) wurden ebenfalls Wasserfledermäuse beobachtet. Dabei handelt es sich um Flugbeobachtung, Sommerquartiere (Berg at al. 1992) und Winterquartiere (Skiba 1988, Berg et al. 1992). Nahezu jede Wasserfläche in der Umgebung dient den Wasserfledermäusen als Jagdrevier. Die Wochenstuben wurden ausschließlich an Gebäuden festgestellt.

2. Ebenfalls über Wasserflächen konnten Zwergfledermäuse nachgewiesen, wenn gleich in geringerer Populationsstärke als die Wasserfledermäuse. Sie fliegen aber auch im städtischen Bereich:

Pipistrellus pipistrellus - Zwergfledermaus - (SCHREBER 1774) A4

Die kleinste heimische Fledermausart konnte bereits häufiger im Bergischen nachgewiesen werden. Im Raum Remscheid konnten wir jagende Zwergfledermäuse an den Kammgarnteichen und im Bereich Hasenberg kartieren. In Lennep ist uns eine Wochenstube bekannt. Puff (1990) beobachtete jagende Zwergfledermäuse in Leverkusen an der Dhünn, der Wupper und der Diepenthalsperre bei Leichlingen. Auch in Bergisch Gladbach gibt es Flugbeobachtungen (Berg et al. 1992). Dort wurde ebenfalls ein Sommerquartier kartiert ( Berg et al.1992). Eine Zwergfledermaus-Wochenstube mit einer Populationsstärke von mindestens 60 Tieren ist uns in der Nachbargemeinde Kürten bekannt. Es ist durchaus möglich, daß es sich um die an der Dhünntalsperre beobachteten Tiere handelt. Nach Roer (1993) können Zwergfledermäuse im Rheinland wie in Westfalen als weitverbreitet angesehen werden.

3. Im städtischen Bereich konnte mit großer Wahrscheinlichkeit eine Breitflügelfledermaus nachgewiesen werden.

Eptesicus serotinus - Breitflügelfledermaus- (SCHREBER 1774) A3

Im Bergischen ist 1992 wahrscheinlich im Raum Bergisch Gladbach eine Breitfügelfledermaus mit einem Detektor geortet worden (Berg et al. 1992). Auch in Schloß Burg (Solingen) haben wir möglicherweise 1993 eine Breitflügelfledermaus detektiert. Ein Vorkommen im innerstädtischen Bereich deckt sich mit den Angaben von (1997), der Breitflügelfledermäuse als Stadtfledermäuse einordnet.

4. Ein großer Abendsegler wurde beim Uberflug im dörflichen Bereich (Stadtrand) beobachtet.

Nyctalus noctula - Gr. Abendsegler (SCHREBER 1774) A3

1987 wurde im Gemeindegebiet von Wermelskirchen bei Großeledder (Dabringhausen) ein letharges Abendseglerweibchen gefunden (Osing pers. Mitteilung). In Bergisch Gladbach wurde 1992 ein toter männlicher Abendsegler gefunden (Berg et al. 1992). Außerdem wurden in Bergisch Gladbach und Rösrath Flugbeobachtungen gemacht (Berg et al. 1992). In Leverkusen wurde der Abendsegler beim Jagdflug detektiert (Puff 1990). Wir konnten ihn in Leichlingen 1995 an der Hasensprungmühle jagend beobachten. Der Abendsegler kann enorme Strecken zurücklegen (von mehr als 2000 km, Buresch und Beron 1962). Da in unseren Bereichen und angrenzenden Gebieten (Westfalen und Baden-Würtemberg) bisher keine Wochenstuben nachgewiesen wurden (Schulte und Vierhaus 1984) könnte man diese Funde als Durchzügler ansehen (Roer 1993).

5. Im Winterquartier - alten Bunkeranlagen - konnten Langohren kartiert werden:

Plecotus auritus - Braunes Langohr (LINNAEUS 1785) A2

Bereits 1985 wurde von uns ein Langohr in einer Wohnung in Wermelskirchen- Amselweg aus einer Gardine befreit. Vermutlich gab es in der heute abgerissenen Ruine Seulenstiel ein Quartier dieser Tiere. 1993 konnten wir im Burgfried von Schloß Burg (Solingen) ein Quartier eines einzelnen Langohrs nachweisen. Im Oberbergischen Kreis wurden Langohrquartiere mehrfach nachgewiesen, in Gummerbach, Ründerroth, Wiehl, WaldbröhI, Reichshof und Morsbach (Buchen 1985,1992, Herhaus, Karthaus, Kolodzie und Skiba). Es handelte sich dabei sowohl um Sommer- als auch Winterquartiere.

6. Ebenfalls im Winterquartier - Felsenhöhle - wurde eine Fransenfledermaus festgestellt:

Myotis natterei - Fransenfledermaus (KUHL 1817) A2

Im Bergischen Land wurde im Jahr 1992 in Bergisch Gladbach eine Wochenstube von Fransenfledermäusen nachgewiesen (Berg et al. 1992). Auch im Oberbergischen Kreis in Nümbrecht wurde von Kolodzie und Buchen ein Sommerquartier entdeckt (Skiba 1988). Engländer und Jonen wiesen 1950/51 und 1957/58 ein Winterquartier nach. Wegen der geringen Ruflautstärke sind die Tiere im Sommer nicht gut detektierbar und werden daher öfters übersehen.

Im Vergleich zu den beschriebenen Funden in der Umgebung Wermelskirchens haben wir folgenden Fehlbestand:

Rhinolophus hipposideros - Kleine Hufeisennase - (SCHREBER 1774) A0

Als letzter Nachweis gilt ein Vorkommen von 35 überwinternden Fledermäusen im Oberbergischen Kreis (Engländer und Jonen 1950/51). Sie gilt heute in NRW als ausgestorben.

Rhinolophus ferrumequinum -Große Hufeisennase - (SCHREBER 1774) A0

wurde noch 1937 von Wolf als die häufigste Art im Bergischen Land bezeichnet. 1988 konnte von Skiba kein Nachweis mehr erbracht werden. Sie gilt heute in NRW als ausgestorben.

Myotis myotis - Mausohr (BORKHAUSEN 1797) A2

Das große Mausohr (Myotis myotis) konnte in einem Winterquartier direkt an der Gemeindegrenze von Wermelskirchen nach Solingen entdeckt werden (Pötzsch persönl. Mitteilung). Auch im Oberbergischen Kreis war in der Schule in Morsbach bis zu ihrem Abriß eine Mausohrkolonie - Sommerquartier Wochenstube - bekannt ( Buchen 1985186). Im Bereich Ründerroth und Morsbach wurden auch winterschlafende Mausohren gefunden (Skiba 1988). Mausohren sind im Sommer bisher im Rheinland nur in Gebäuden nachgewiesen worden (Roer 1993).

Plecotus austriacus - Graues Langohr (FISCHER 1829) A1

Im Gegensatz zum braunen Langohr ist der Nachweis des grauen Langohres viel seltener. Kolodzie und Vierhaus identifizierten in Nümbrecht ein krankes Tier (Skiba 1988). 1987 bestimmten Bib und Radermacher in Köln 1987 ein geschwächtes Tier als graues Langohr.

Nyctalus leisleri - kleiner Abendsegler (KUHL 1817) A2

Auch der kleine Abendsegler wurde bisher nur sehr vereinzelt gefunden. In Köln wurde er 1989 von Engländer nachgewiesen. Im Oberbergischen wurde 1985 von Karthaus in Engelskirchen ein krankes Exemplar kartiert (Roer 1994). 1994 wurde von uns ein jagender kleiner Abendsegler an der Saaler Mühle in Bergisch Gladbach detektiert.

Myotis dasycneme - Teichfledermaus (BOIE 1825) A4

Im Bergischen Land gab es bisher keinen Nachweis von Teichfledermäusen. Möglicherweise wurde 1985 von Buchen eine Teichfledermaus in Reichshof (Oberbergischer Kreis) im Winterquartier angetroffen. Auch in Westfalen gilt sie nur als Wintergast (Schröpfer et al. 1994 ).

Verpertilio murinus -Zweifarbfledermaus (LINNAEUS 1758) A2

Die Zweifarbfledermaus konnte immer wieder in Einzelexemplaren im Bergischen nachgewiesen werden (1985 und 1986 in Köln, Bib und Radermacher 1987;1987 in Witzhelden, Skiba 1987). In Solingen wurde 1994 ein verletztes Tier gefunden (Pötzsch pers. Mitteilung). Vermutlich handelt es sich auch hier um Wintergäste oder Durchzügler (Roer 1993).

Myotis mystacinus/ branti - Bartfledermäuse (KUHL 1817 / EVERSMANN 1845) A2

1993 wurde im Stadtgebiet Solingen ein kleine Bartfledermaus tot aufgefunden (H.Pötzsch, pers. Mitteilung). In Leverkusen konnten an der Dhünn und an der Wupper jagende Bartfledermäuse beobachtet werden (Puff 1990). Im Oberberigschen gibt es etliche Winterquartiernachweise von Bartfledermäusen (Buchen 1985, Skiba 1988).

Pipistrellus nathusii - Rauhhautfledermaus (KEYSERLING & BLASIUS 1839) A4

Die Rauhhautfledermaus wurde im Bergischen Land bereits mehrfach nachgewiesen, Skiba (1988) detektierte die Tiere in den zu Wermelskirchen benachbarten Gemeinden Hückeswagen und Remscheid-Lennep, sowie in Wipperfürth und an der Diepenthalsperre bei Leichlingen. Wie die Abendsegler stellen die nachgewiesenen Tiere vermutlich Durchzügler dar.

Myotis bechsteinii- Bechsteinfledermaus (KUHL 1817) A2

1990/91 wurde von Buchen im Oberbergischen Kreis bei Morsbach eine überwinternde Bechsteinfledermaus festgestellt (Buchen 1992). In Westfalen gelten sie als einzeln und selten vorkommend (Schröpfer et al. 1994).

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