Vertikal 1993P8240627_small.gif (1457 Byte)
Fledermaus-Schutz

Nach oben

 

Arbeitskreis Fledertierschutz Solingen e.V. AKFSG

Vertikalverschlüsse von Winterquartieren 1993

in Solingen-Burg und einem Felsenkeller

Zwei sehr versteckt gelegene im Winter mit Fledertieren besetzte Stollen in Solingen- Burg wurden zunehmend von Kindern als Spielbereich vorgefunden. Kerzenreste und eine mit Resten von Teelichtern dekorierte Seitenkammer des größten Stollensystems zeugen von einer Quartierstörung, die den Verschluß dieser Stollensysteme aus dem 2. Weltkrieg erforderlich machte.

 Der Besitzer, mit Förderung durch das Land NW, und unser ehrenamtlicher Einsatz ermöglichten den Verschluß. Dabei wurden die Vertikalverschlüsse des Jahres 1990 weiterentwickelt, indem eine Verschlußmechanik entworfen wurde, bei der ein massiver Querspriegel aus Vollmaterial in einem Zapfen eines U- Stückes eingelagert und durch zwei Vorhängeschlösser gesichert wurde.

d130.gif (90765 Byte)

 Arbeitsdurchführung:

 Die Stollen sind mit massiven verzinkten Eisenrähmgittern auf der Basis von seitlich angebrachten U- Profilen und dickwandigen aufgeschweißten Rohren hergestellt worden. Ein Teil der waagerecht angebrachten abweisenden Elemente ist beweglich montiert und mit je zwei Schlössern in Halterungen befestigt, so daß eine Kontrollmöglichkeit der Stollen gewährleistet ist.

Nach Entfernung von aufgebrochenen und zerstörten älteren Verschlußteilen und Wiederherstellung des Betonrähms sind die Gitter mit durch die Konstruktion maximal möglichen Anzahl von Gewindestangen in durchgeführten Bohrungen befestigt worden, wobei ein Spezialkleber der Fa. Hilti benutzt wurde. Die Fixierung der Gitter auf den Gewindestangen erfolgte mit M 12 - Muttern, die auf den U- Profilen gegen mutwilles Lösen aufgeschweißt und mit Kaltverzinkung gegen Rosten geschützt wurde. Der verbliebene Freiraum zwischen Betonrähm und U- Profilwurde mit Beton verfüllt.

Sämtliche Arbeiten wurden, da im Bereich der Stollen kein Stromanschluß zur Verfügung stand, unter Verwendung eines Stromerzeugers durchgeführt.  

f120.gif (97949 Byte)

 In Beschreibungen der Eigentümer der Gebäude in der Nähe eines Felsenkellers wurde uns über frühere Fledertiervorkommen im nahegelegenen Keller einer nicht mehr existenten Brauerei berichtet. Nach diesen Darstellungen lebten hierin, also im Bereich des Naturpark Bergisches Land, noch während des 2. Weltkriegs Exemplare einer jetzt bei uns ausgestorbenen Art: den großen Hufeisennasen!

 Da von uns in der Nähe über der Wupper mit Hilfe des Ultraschalldetektors Jagdtbereiche von Wasserfledermäusen festgestellt wurden, galt es dieses Quartier zu sichern und für die Zwecke des Fledertierschutzes herzurichten.

 Die Arbeiten wurden realisiert mit Unterstützung der Umweltschutzgruppe des Deutschen Alpenvereins (DAV), Ortsgruppe Solingen, und des Bergischer Naturschutzverein (RBN), Ortsverein Solingen, sowie mit Fördermitteln des Landes NW.

 Arbeitsdurchführung:

 Für den Verschluß des Felsenkellers ist in der Grundform ebenfalls ein massives verzinktes Eisenrähmgitter verwendet worden. Durch die besondere Gewölbeform der halbbogenförmigen Decke des Felsenkellers, die aus aneinandergeschichteten Steinen besteht, wurde eine arbeitsaufwendige Erstellung eines Betonrähms mit Fundamenten, seitlichen Stützen und einem der Decke angepaßtem Sturz notwendig. Zum Halt des Gitters im Betonrähm wurden an den seitlichen U- Profilen zusätzliche Anker angeschweißt, die in den seitlichen Stützen einbetoniert wurden. Die Verlängerungen der U- Profile nach unten und oben sind im Fundament und im Sturz eingelassen. Die gesamten Betonarbeiten sind armiert durchgeführt worden. Der Sturz selbst erhielt eine zusätzliche Verstärkung durch ein 30*80 mm Vollprofil aus Stahl. Für eine möglicherweise notwendige Drainage ist eine Rohrdurchführung durch das Fundament eingebaut worden. Obige Arbeiten wurden ebenfalls unter Verwendung eines Stromerzeugers durchgeführt.

 Nachträgliche Pflegemaßnahmen:

f190.gif (80491 Byte)

 Im Jahre 1994 und 1995 wurde als Pflegemaßnahme vom Arbeitskreis Fledertierschutz Solingen e.V. ein Fundament mit einer "Lärmschutzwand" aus Hohlblocksteinen mit zusätzlichen Versteckmöglichkeiten im Abstand von 1 m hinter dem Eingang errichtet. Der extreme Verkehrslärm und das einfallende Licht wurde dadurch gedämpft.