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Fledermaus-Schutz

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Arbeitskreis Fledertierschutz Solingen e.V. AKFSG

Erste Erfolge

Die Suche nach den Quartieren und die ersten 6 Stollenver-

schlüsse 1990 (Naturpark Bergisches Land)

Wesentliche Voraussetzung für die Überlebenssicherung von Arten ist, daß alle wichtigen Funktionen im Jahreszyklus der Population ungestört erfolgen können.

 Die zentralen Punkte im Leben der Fledertierpopulationen stellen die Sommer- (insbesondere Wochenstuben-) und Winterquartiere dar.

In Einzelfällen scheint der Fortbestand von Fledertierbeständen auch abzuhängen von intakten Zwischenquartieren (siehe Abel, G., 1976: in Myotis XIV: 15 - 24).

 Als Quartiere und Verstecke bevorzugen sämtliche einheimischen Fledertierarten höhlen- und spaltenartige Räume. Dabei nimmt eine Gruppe von Arten eine engere Bindung an Baumbestände, eine andere dagegen an menschliche Bauten oder Höhlen und Stollen an.

 Nachdem im Solinger Raum und weiteren angrenzenden Bereichen das Naturpark Bergisches Land feststand, daß Jagdtbiotope von Fledertieren existieren, mußte die mühsame Suche nach deren Quartieren beginnen.

Seit 1987 wurden durch Begehungen als erstes Felshöhlen und Stollen gesucht, in denen Quartiere von Fledertieren vermutet, bzw. auch gefunden wurden.

Sehr schnell stellte sich der Teil des Naturpark Bergisches Land, der sich u.a. auf dem Solinger Stadtgebiet befindet, als ein Schwerpunkt von Winterquartieren dar.

 War die Karte der Quartiere vor 1987 noch "weiß", konnten in den folgenden Jahren mehrere besetzte Quartiere von uns nachgewiesen werden.

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 Ergebnisse der Stollenkontrollen in Solingen 1987 - 1991:

1. Stollen (ehem. Bierkeller),

Okt. 1987: nicht besetzt

Feb. 1988: 2 Wasserfledermäuse

März 1990: 5 Wasserfledermäuse, 2 große Mausohren

Feb. 1991: 3 Wasserfledermäuse, 3 große Mausohren

Bemerkung: zu verschließen, noch offen!

2. Stollen

Okt. 1987: verschlossen, Kontrolle nicht möglich

März 1990: 1 Wasserfledermaus

Feb. 1991: 1 Wasserfledermaus

3. Wasserbehälter

März 1990: nicht besetzt

4. Stollen I

Okt. 1987: verschlossen, Kontrolle nicht möglich

März 1990: verschlossen

Feb. 1991: nicht besetzt, Fund einer Zackeneule

5. Stollen II

Okt. 1987: verschlossen

März 1990 und Feb. 1991: nicht besetzt

6. Stollen

Okt. 1987: verschlossen

März 1990 bis Feb. 1991: nicht besetzt

7. Stollen K

Okt. 1987 bis Feb. 1991: nicht besetzt

8. Keller

Okt. 1987 bis Feb. 1991: nicht besetzt

 9. Stollen A

März 1990 bis Feb. 1991: nicht besetzt

Bemerkung: Verschlußstäbe des Eigentümers aufgebrochen

 10. Stollen B

März 1990: 1 Wasserfledermaus

Feb. 1991: 2 Wasserfledermäuse, 1 Zackeneule

Bemerkung: ohne Verschluß

 11. Felsenkeller

Aug. 1987: nicht besetzt, stark vermüllt

Okt. 1987: inzwischen entmüllt und mit einzementierten Fichtenstangen verschlossen, Kontrolle nicht möglich, Bemerkung: Schaffung einer Zugangsmöglichkeit, da die Eignung als Winterquartier gegeben ist

 12. Stollen bei Burg

Aug. 1987: vermüllt

Okt. 1987: entmüllt, Verschluß mit einem Fichtenstangengitter

Feb. 1988: Verschluß noch vorhanden

März 1990: Balkenverschluß herausgerissen, stark vermüllt und Decke stark verrußt, nicht besetzt

Stollen in den Randgebieten angrenzend an die Stadt Solingen:

a) Stollen T (Remscheid)

Okt. 1987 bis Feb. 1991: nicht besetzt

 b) Stollen ( Rheinisch-Bergischer Kreis)

Okt. 1987: nicht besetzt

Feb. 1988: 2 Wasserfledermäuse, 2 Frösche oder Lurche (nicht bestimmt), 1 Feuersalamander, 1 Zackeneule

März 1990: 2 Wasserfledermäuse

Zusammenfassend kann festgestellt werden, daß wir im Zeitraum 1987 bis 1991 die Ergebnisse von Herrn Prof. Dr. Skiba zum einen bestätigen und zum anderen um ein wesentliches Element - die Winterquartiere - ergänzen und im Artenspektrum die Wasserfledermaus entlang der gesamten Wupper und das große Mausohr nachweisen konnten. 

Sämtliche von uns vorgefundene zugängliche Stollen waren nicht gegen unbefugtes Betreten geschützt, stark vermüllt oder aufgebrochen.

 In einer ersten Aktion wurden im Bereich des Naturpark Bergisches Land auf Initiative des Arbeitskreis Fledertierschutz NW, später Arbeitskreis Fledertierschutz Solingen e.V., von Seiten der Stadt Solingen 6 exponiert gelegene Stollen verschlossen.

Auf die Notwendigkeit weiterer Verschlüsse wurde 1990 hingewiesen.

 Die Untere Landschaftsbehörde (ULB) der kreisfreien Stadt Solingen unterstützt die Kartierung, den Schutz und die Pflege der Fledertierquartiere u.a. durch die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen gem ' 20 Bundesnaturschutzgesetz und ermöglich so dem ehrenamtlichen Artenschutz eine effektivere Arbeit.