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Fledermaus-Schutz

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Arbeitskreis Fledertierschutz Solingen e.V. AKFSG

Sengbach 1993

Fledertierkastenaktion im Bereich der Zuläufe der Sengbach- talsperre für baumliebende Fledertierarten im Jahre 1992 / 93 

Ende des Jahres 1991 erhielten wir über mehrere Umwege den Hinweis auf den Todfund eines Fledertieres im Bereich der Sengbachtalsperre (Naturpark Bergisches Land). 

Gepflegter Baumbestand ohne Baumhöhlen, aus Verkehrssicherungspflicht gefällte Bäume, störender Anblick von Todholz und die Möglichkeit der Ersatzpflanzung von "Jungbäumen", die selbst wieder 80 Jahre brauchen, um Baumhöhlen zu bilden, lassen den Fledertieren wenig Chancen Quartiere für den Tag zu finden.

 Die "Spitze des Eisbergs" dieser Quartiernot wird am Todfund der Sengbachtalsperre sichtbar, da anscheinend das Tier sich mangels Alternativen in einen Meisenkasten evakuiert hatte.

Leider ist das Skelett uns nicht zur Bestimmung übermittelt worden, so daß wir über die Art keine Aussagen machen können.

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 Der Fund alleine war uns jedoch Hinweis genug, im Bereich der Sengbachtalsperre aktiv zu werden. In mehreren Nachtgängen haben wir auf der Sperre und legiglich in den Zuläufen je 1 Wasser- und 1 Zwergfledermaus im Ultraschalldetektor wahrgenommen.

 Wir unterbreiteten mehreren Gruppen Vorschläge zum gemeinsamen Bau von Fledertierkästen. Es kristallisierte sich heraus, daß Herr Oberforstinspektor Brand, im Jahre 1992 zuständig für den Landesforst im Bereich der Sengbachtalsperre, die Schulleiterin der Grundschule Solingen- Westersburg, Frau Marczinski, die Leiterin der Umwelt- AG der Gesamtschule Solingen- Wald, Frau Kiel, und für den Bergischer Naturschutzverein (RBN), Ortsverein Solingen, Frau Oppermann-Willig, zu einer gemeinsamen Aktion zur Erstellung von Fledertierkästen bereit waren.

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 Frage war nur, nach welchem Modell der Kasten gebaut werden soll, da er zum einen nicht so schwierig in der Herstellung sein darf und zum anderen auch angenommen werden soll.

Auf unseren Vorschlag hin, hat sich die Gruppe bei einem anderen Mitglied des seinerzeitigen Arbeitskreis Fledertierschutz NW, Herrn Franz Georg Kolodzie, Wildbergerhütte, Reichshof, im Oberbergischen eingefunden.

Herr Kolodzie hängt seit Jahren Fledertierkästen auf und führt über die mehreren hundert Kästen exakt Buch. Bei einer Begehung des von ihm betreuten Gebietes konnten wir fast alle Selbstbautypen und käuflichen Modelle begutachten.

 Sein Rat und sein Vorschlag war allerdings ein sehr einfaches Modell: ein Kasten aus querliegenden Brettern mit überlappenden Querhölzern, so daß im oberen Bereich ein verdunkelter Bereich entsteht, nach unten offen, so daß der Kot leichter herausfällt. 

Das "Bergische Modell" war geboren, leicht in der Herstellung und klettergeeignet für die Fledertiere durch die querliegende Faserung des Holzes, mit Dachpappe eingepackt gegen Wind und Wetter.

Herr Kolodzie übergab uns sogar noch ein Modell seiner Entwicklung.

Hochmotiviert, durch Fledertier- Unterricht und Projektwochen informiert und aufgeklärt, sind die Schülerinnen und Schüler zur Tat übergegangen.

 Ca. 50 Kästen sind erstellt worden!

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 Ein Teil wurde in Absprache mit dem städtischen Forst im Ittertal aufgehängt, der andere im Bereich der Zuflüsse der Sengbachtalsperre, Naturpark Bergisches Land.

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 Bereits ein Jahr später, im Sommer 1994, zeigte sich der sonst nicht so schnell sichtbare Erfolg:

ca. 25 Fledertiere jagdten auf der Wasseroberfläche der Sengbachtalsperre!

 Den Förstern sei Dank, die in gemeinsamen Begehungen ihre "langlebigsten" Bäume benannt und zur Verfügung gestellt haben. Diese Bäume werden zwei kleine unscheinbare Schönheitsflecken haben: die Aluminiumnägel, die die Kästen halten, aber keine Säge zerstören können und trotzdem Leben erhalten.