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Fledermaus-Schutz

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Arbeitskreis Fledertierschutz Solingen e.V. AKFSG

Rote Liste

Fledertiere, im Volksmund Fledermäuse, leben seit mehreren Millionen Jahren auf der Erde.

Die sich wandelnden Umweltbedingungen haben dazu beigetragen, daß die heimischen Fledertierarten auf der "Roten Liste" der vom Aussterben bedrohten Tierarten wiederzufinden sind.

Rote Liste NRW

Ca. 50 % der gefährdeten Säugetiere sind Fledertiere.

Kommentar im Begleittext der "Roten Liste" NRW:

"Von den 36 Arten der neuen Roten Liste ist nach wie vor die Gruppe der Fledermäuse am stärksten betroffen. Von insgesamt 20 Arten (mit den Wanderarten) sind 2 ausgestorben (Kategorie =), 4 vom Aussterben bedroht (Kategorie 1), 8 stark gefährdet (Kategorie 2), 4 gefährdet (Kategorie 3), und 2 zählen zu den gefährdeten Wanderarten (Kategorie II)."

In NRW ist eine neue Liste erschienen, auf der es bei der Zwergfledermaus zu Veränderungen gekommen ist. Da diese Liste bisher nicht veröffentlicht wurde, verzichten wir vorerst auf die Publizierung einer regionalen Roten Liste der Säugetiere NRW.

Rote Liste auf Bundesebene

Auf Bundesebene ist im Jahr 1998 im Rahmen der Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz, Heft 55, herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz, eine neue ROTE LISTE gefährdeter Tiere Deutschlands erschienen.

In der Einleitung wird festgestellt, daß Rote Listen Verzeichnisse ausgestorbener, verschollener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, Artengesellschaften, Biotoptypen oder Landschaften sind und  den aktuellen Erhaltungszustand der biologischen Vielfalt unter dem Einfluß des Menschen durch die Zuordnung in definierte Gefährdungskategorien darstellen.

Die Rote Listen beziehen sich immer auf bestimmte Räume, z.B. einen Naturraum, einen Landkreis, ein Bundesland, Deutschland, Europa oder die ganze Welt. Die in diesem Buch vorgelegte Rote Liste der gefährdeten Tiere hat die Bundesrepublik Deutschland als Bezugsraum.

Auf lokaler Ebene ist ein Vergleich der Roten Listen des Bundes, des Bundeslandes und - falls vorhanden - der Region oder des Naturraumes hilfreich. Dabei werden in einem solchen Vergleich einerseits regionale Naturschutzdefizite deutlich, wenn Arten regional stärker gefährdet sind als bundesweit; im umgekehrten Fall, d.h. wenn Arten regional schwächer gefährdet sind, zeigt sich die spezielle Verantwortung für die Erhaltung einzelner, in der Region schwerpunktmäßig vorkommenden Arten.

Gefährdungskategorien

Der Schwerpunkt der Roten Liste liegt auf der Einordnung der Arten in Kategorien nach Kriterien des Grades ihrer Gefährdung. Diese Kriterien sind für die Anwendung auf den deutschen Bereich aus qualitativ beschreibenden TUCN-Kriterien heraus entwickelt  und leicht modifiziert worden (BLAB et al. 1984).

Die Kategorie ,,Potentiell gefährdet" (4 oder P) wurde früher oft mißverstanden und nicht ihrer Definition entsprechend verwendet. Deshalb gibt es an ihrer Stelle jetzt zwei Kategorien: R und V.

Die Kategorie ,,V - Arten der Vorwarnliste" steht außerhalb der Roten Liste der gefährdeten Arten , weil die darin zusammengefaßten Arten zwar Bestandsrückgänge oder Lebensraurnverluste aufweisen, aber eben noch nicht in ihrem Bestand gefährdet sind.

Die Arten der Kategorie ,,R - Arten mit geographischer Restriktion" sind dagegen wegen ihrer natürlichen Seltenheit bzw. aufgrund ihres nur sehr lokalen Vorkommens grundsätzlich gefährdet .

Definition

0   Ausgestorben oder verschollen:

In Deutschland ausgestorbene, ausgerottete oder verschollene Arten. Ihnen muß bei Wie- derauftreten in der Regel besonderer Schutz gewährt werden.

1   Vom Aussterben bedroht:

In Deutschland von der Ausrottung oder vom Aussterben bedrohte Arten. Für sie sind Schutzmaßnahmen in der Regel dringend notwendig. Das Überleben dieser Arten in Deutschland ist unwahrscheinlich, wenn die Gefährdungsfaktoren und -ursachen weiterhin einwirken oder bestandserhaltende Schutz- und Hilfsmaßnahmen nicht unternommen werden beziehungsweise wegfallen.

2 Stark gefährdet:

Im nahezu gesamten Verbreitungsgebiet in Deutschland gefährdete Arten. Wenn die Ge- fährdungsfaktoren und -ursachen weiterhin einwirken oder bestandserhaltende Schutz- und Hilfsmaßnahmen nicht unternommen werden, beziehungsweise wegfallen, ist damit zu rechnen, daß die Arten innerhalb der nächsten zehn Jahre vom Aussterben bedroht sein werden.

3   Gefährdet:

In großen Teilen des Verbreitungsgebietes in Deutschland gefährdete Arten. Wenn die Gefährdungsfaktoren und -ursachen weiterhin einwirken oder bestandserhaltende Schutz- und Hilfsmaßnahmen nicht unternommen werden beziehungsweise wegfallen, ist damit zu rechnen, daß die Arten innerhalb der nächsten zehn Jahre stark gefährdet sein werden.

R   Extrem seltene Arten und Arten mit geographischer Restriktion:

Seit jeher seltene oder sehr lokal vorkommende Arten, für die kein merklicher Rückgang und keine aktuelle Gefährdung erkennbar sind. Die wenigen und kleinen Vorkommen in Deutschland können aber durch derzeit nicht absehbare menschliche Einwirkungen oder durch zufällige Ereignisse schlagartig ausgerottet oder erheblich dezimiert werden.

V   Arten der Vorwarnliste:

Arten, die aktuell noch nicht gefährdet sind, von denen aber zu befürchten ist, daß sie innerhalb der nächsten zehn Jahre gefährdet sein werden, wenn bestimmte Faktoren weiterhin einwirken.

G   Gefährdung anzunehmen, aber Status unbekannt:

Arten, deren taxonomischer Status allgemein akzeptiert ist und für die einzelne Untersuchungen eine Gefährdung vermuten lassen, bei denen die vorliegenden Informationen aber für eine Einstufung in die Gefährdungskategorien 1 bis 3 nicht ausreichen.

D   Daten defizitär:

Arten, deren Verbreitung, Biologie und Gefährdung für eine Einstufung in die anderen Kategorien nicht ausreichend bekannt ist, weil sie - bisher oft übersehen bzw. im Gelände nicht unterschieden wurden oder erst in jüngster Zeit taxonomisch untersucht wurden (es liegen noch zu wenige Anga- ben über Verbreitung, Biologie und Gefährdung vor) oder taxonomisch kritisch sind (die taxonomische Abgrenzung der Art ist ungeklärt).

Im Jahre 1994 verabschiedete die Generalversammlung der IUCN eine neue Definition der Gefährdungskategorien für weltweite Rote Listen (IUCN 1994), die sehr stark diskutiert wird. Für die Rote Liste Deutschlands gelten vorerst die "alten" qualitativen Kriterien:

Fledertieraten auf der Roten Liste der Säugetiere (Mammalia) für Deutschland  mit Stand 1997:

0 Ausgestorben oder verschollen

Miniopterus schreibersi  (KUHL), Langflügelfledermaus [1958]

Pipistrellus savii (BONAP.), Alpenfledermaus (1951)

1 Vom Aussterben bedroht

Barbastella barbastellus (SCHREB.),  Mopsfledermaus

Myotis emarginatus (E. GEOFFROY), Wimperfledermaus

Rhinolophus ferrumequinum (SCHREB.), Große Hufeisennase

Rhinolophus hipposideros (BECHST.), Kleine Hufeisennase

2 Stark gefährdet

Eptesicus nilssoni (KEYS. & BLAS.), Nordfledermaus

Myotis brandti (Ev.), Große Bartfledermaus

Plecotus austriacus (FISCHER), Graues Langohr

3 Gefährdet

Myotis bechsteini (KUHL), Bechsteinfledermaus

Myotis myotis (BORKH.), Großes Mausohr

Myotis mystacinus  (KUHL), Kleine Bartfledermaus

Myotis natttereri  (KUHL), Fransenfledermaus

Nyctalus noctula  (SCHREB.), Abendsegler

G  Gefährdung anzunehmen, aber Status unbekannt

Myotis dasycneme (BOIE), Teichfledermaus

Nyctalus leisleri (KUHL), Kleinabendsegler

Pipistrellus nathusii (KEYS. & BLAS.), Rauhhautfledermaus

Vespertilio murinus L., Zweifarbfledermaus

R Extrem selten, mit geographischer Restriktion

-

V Arten der Vorwarnliste

Eptesicus serotinus SCHREB., Breitflügelfledermaus

Plecotus auritus (L.), Braunes Langohr

D Daten defizitär; Einstufung unmöglich

Pipistrellus spec., ,,55 kHz-Zwergfledermaus"

Literaturhinweise unter                    :       Literaturliste  Teil2