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Fledermaus-Schutz

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Arbeitskreis Fledertierschutz Solingen e.V. AKFSG

Das Jahr 2003

Rechenschaftsbericht für das Jahr 2003

 

Stollenkontrollen

Im Winter 2002/03 waren die Wasserfledermäuse wieder in den Stollen anzutreffen,. allerdings erst ab 1/2003! Die großen Mausohren wechselten während des Winters ihren Standort innerhalb der Stollen.

Interessant ist festzuhalten, dass in den Glüder Stollen sich inzwischen ein Fuchs einquartiert hat und bei der jährlichen Winterkontrolle, die gemeinsam mit dem AK Kluterthöhle aus Ennepetal durchgeführt wird, wir Auge in Auge uns von seiner Anwesenheit überzeugen konnten. Leider haben wir trotz intensiver Suche keine Fledermäuse (in den Vorjahren schwerpunktmäßig Wasserfledermäuse, vereinzelt Großes Mausohr) im ganzen Stollensystem finden können. Vielleicht ist hierin der Grund zu finden, dass wir in den Solinger Stollen erneut Wasserfledermäuse vorfinden konnten.

Ende 2003 entließen wir eine uns überlassene gefundene Zwergfledermaus in einem der besetzten Stollen wieder in Freiheit, nachdem wir sie über eine Woche auf „Wintergewicht" gefüttert hatten. Dabei stellten wir in diesem Stollen erneut einen durch eine Wasserfledermaus „besetzten" Holzbetonkasten fest, den wir sonst nur für das Aussetzen der von uns aufgepäppelten Tiere benutzen.

 

Fledertierkastenkontrollen 

Eigentlich darf es das nach all den Aktionen, die wir hier in Solingen durchgeführt haben nicht geben:

Durch die Zeitung (Solinger Tageblatt) haben wir die aktuelle Individuenzahl unseres größten Solinger Sommerquartieres in der Ohligser Heide erfahren. Leider war der Anlass für diese „Bekanntmachung" absolut niederschmetternd und frustrierend, da bei einer Abholzaktion des Solinger Forstes der Baum mit dem Fledermauskasten, in dem sich dieses Sommerquartier befand, schlicht und einfach „umgelegt" wurde.

Es folgte ein Ortstermin mit dem zuständigen Förster und ein Gespräch mit dem zuständigen Beigeordneten. In einer Folgeaktion haben wir versucht, durch neue Kästen in der Nähe der abgeholzten Bäume den Schaden zu begrenzen.

 

Fledertier-Notruf 

„Besetzte" Holzstapel, eine ganze Reihe erfolgreicher Rehabilitationsmaßnahmen an Fledermäusen, aber auch nicht erfolgreicher Versuche waren konkretes Ergebnis für Solingen von erhaltenen Anrufen über den Fledermaus- Notruf.

Die Niehoff- Stiftung Solingen hat auch im Jahre 2003 durch ihre Unterstützung uns ermöglicht, den Fledertier-Notruf zu erhalten. Der Zustand der Ratlosigkeit in der Bevölkerung beim Fund von Fledertieren hat sich gegenüber den Vorjahren nicht geändert, so dass erneut die Anrufe über diesen telefonischen Notruf aus der ganzen Bundesrepublik mit der Bitte um Hilfe nicht abreißen.

Zum Problem wird allerdings unsere email- Adresse, die wir Ratsuchenden über unsere Homepage anbieten. Da dies eine „offene" Adresse ist, sind wir inzwischen in sehr viele mailing- Listen dubioser Anbieter von Viagra u.a. Mittel geraten. Leider sind diese Mails in ihren Absendern und Betreff-Zeilen so geschickt getarnt, dass wir sie durch Filter nicht unterdrücken können, ohne zu riskieren, dass an uns gerichtete Fragen ebenfalls unterdrückt werden. Diese unerwünschten Mails haben inzwischen einen Umfang von ca. 250 bis 300 Mails pro Tag erreicht, der einen zeitlichen täglichen Umfang von 30-45 Minuten erfordern, die Spreu vom Weizen zu trennen. Eine solche sinnlose zeitliche Belastung ist allerdings auf Dauer nicht zuzumuten und wir müssen hier in 2004 eine Lösung finden.

 

Fledermausschutz-Club im Internet

Unser Fledermausschutz- Club im Internet geht ins vierte Jahr. Herr Frank Hamacher organisierte und betreute über Yahoo diesen Fledermausschutz- Club.

 

„Lauschaktion" mit Solinger Bürgern  

Über den Fledertier- Notruf, durch Gespräche auf dem Agenda- Tag 2003 und durch einen Hinweis der NABU Solingen erhielten wir Kontakt zu Solinger Bürgern, die in ihrer Nähe Fledermäuse beobachtet hatten und unter Umständen durch das Aufhängen von Fledertierkästen etwas für diese Tiere tun wollten. Aus diesem Grund haben wir jeweils eine Einheit aus Ultraschalldetektor und Tonbandgerät über den Sommer drei Gruppen zur Verfügung gestellt.

Positivstes Ergebnis ist die Feststellung, das an der Wupper in Solingen Burg während des Sommers auch große Abendsegler fliegen!

Bei einer Antennenreparatur an einem Gebäude im Bereich des Botanischen Gartens ausfliegende Fledermäuse konnten während des Sommers nicht wieder „gehört" werden, dagegen bestätigten sich die Sichtbeobachtungen in diesem Bereich unterhalb der alten Trasse der Korkenzieherbahn.

 

European Bat Night

Für das Jahr 2003 sind wir als AKFSG wie in 2002 eine Kooperation mit dem AK Fledermausschutz Leverkusen eingegangen und der Aktionstag fand rege Unterstützung. 

 

Projekt Regenrückhaltebunker Kohlfurt 

Entsorgungsbetrieb Solingen, Vermögensbetrieb Solingen, Stadtdienst Natur und der AKFSG haben im Jahre 2000 ein auf 5 Jahre angelegtes Projekt gestartet, um die Quartiereigenschaften eines außer Dienst gestellten Regenrückhaltebunkers als Quartier für Fledertiere zu prüfen und zu beurteilen.

Im abgelaufenen Berichtszeitraum haben wir die zu diesem Zweck eingebauten Datenlogger ausgewertet und erneut festgestellt, dass eine große Anzahl von Batterien ausgefallen waren.

Für 2003 haben wir durch den extrem heißen Sommer ein „statistisches" Problem, dass unsere Vergleichsbasis zu den Vorjahren relativiert.

Durch eine Beratung erhielten wir eine mathematische Basis zur Berechnung eines Wärmedurchganges bei Stollen und die mögliche Auskühlung der Stollenluft bei Temperaturabsenkung der Außenluft. In 2004 werden wir versuchen, dieses Modell auf den Bunker anzuwenden.

 

Fahrt des AKFSG zur Wahner Heide 

Die Schutzproblematik der Ohligser Heide ist uns nun durch unsere langjährige Erfahrung in diesem Bereich nicht unbekannt. Durch einen Blick über die Stadtgrenze nach Köln in die Wahner Heide haben wir uns durch eine fachkundliche Führung über die dortige Fauna und Flora, sowie die anstehenden Probleme informieren lassen.

 

3D- Vortrag 

Mitte 2003 hielt der Vorsitzende des AKFSG beim Hausfrauenbund Solingen vor sehr interessierten Zuhörern einen Lichtbildervortrag in 3D- Technik über Fledertiere. Im Anschluss an den Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion an, die die Frage einschloss, was denn der Einzelne selbst in Solingen zum Schutz der Fledertiere tun kann.

 

Suche nach weiteren potentiellen Winterquartieren

Anfang 2003 haben wir eine umfangreiche Liste eines Wuppertaler Studenten von „Hinterlassenschaften" aus der Zeit des 3. Reiches auf Verwendung als potenzielles Winterquartier für den Fledermausschutz untersucht. Einen großen Teil kannten wir bereits, andere Bauwerke sind für uns nicht zugänglich.

 

Sommerfest 2003 des AKFSG

Auch dieses Jahr wurde wieder gefeiert! Dieses Mal aber erst, nachdem gearbeitet wurde, denn am Morgen stand die Information der Solinger Bürger auf dem AGENDA TAG auf dem Programm.

Für den Vorstand

Helmut Pötzsch, Vorsitzender des AKFSG