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Fledermaus-Schutz

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Arbeitskreis Fledertierschutz Solingen e.V. AKFSG

Das Jahr 2002

Rechenschaftsbericht für das Jahr 2002

Stollenkontrollen 

Die Stollenaufbrüche des Jahres 1999 hinterlassen zwar immer noch ihre Spuren in den Individuenzahlen der besetzten Stollen, doch im Winter 2002/03 haben wir Veränderungen zum Positiven feststellen können. Die Anzahl der großen Mausohren steigt wieder! Demgegenüber haben wir ab Dezember 2002 keine Wasserfledermäuse mehr in den Stollen nachweisen können.

 Fledertierkastenkontrollen

In diesem Jahr haben wir erneut einen Blick auf die Fledertierkästen in der Ohligser Heide geworfen und festgestellt, dass das bisher realisierte Konzept im Zusammenhang mit den bisherigen Ergebnissen der Rekultivierung überdacht werden sollte. Nach Hinweisen auf Flugaktivitäten von Fledertieren im Bereich des Schellbachtales haben wir versucht potenzielle Standorte für Fledertierkästen ausfindig zu machen. Da wir bisher aber mit den Ultraschalldetektoren keine Aktivitäten feststellen konnten, verzichten wir für den Augenblick auf eine Aktion in diesem Bachtal.

Fledertier-Notruf

Auch für das Jahr 2002 haben wir für den Fledertier-Notruf Unterstützung durch die Niehoff- Stiftung Solingen erhalten. Erneut sind die Anrufe über diesen telefonischen Notruf und die emails über unsere Homepage nicht zu zählen, die wir mit der Bitte um Hilfe erhalten.

Hervorzuheben ist ein Notruf, den wir im Sommer 2002 aus den Clemens Gallerien der Solinger City erhalten haben. Über Nacht war eine Zweifarbfledermaus in ein offenes Fenster eingeflogen und wurde durch das Büropersonal am anderen Morgen entkräftet auf dem Boden liegend gefunden. Nachdem wir verständigt wurden, das Tier untersuchten und mit Wasser und Mehlwürmern versorgten, konnte es am folgenden Tag wieder in die Freiheit entlassen werden.

Während des Winters und in der Übergangszeit haben wir uns mehrfach um Zwergfledermäuse kümmern müssen, die auffällig und von uns betreut wurden. Keines der Tiere war so stark verletzt, dass es nicht mehr über unsere betreuten Stollen wieder ausgewildert werden konnte.

Fledermausschutz-Club im Internet

Unser Fledermausschutz- Club im Internet geht ins dritte Jahr! Herr Frank Hamacher, stellvertretende Vorsitzender des AKFSG, organisiert und betreut über Yahoo auch weiterhin diesen Fledermausschutz- Club.

2. Stollenverschluß im Remscheid

Der zweite Stollenverschluß in Remscheid führte zu einer Ehrung durch die Stadt Remscheid.

European Bat Night

 Für das Jahr 2002 sind wir als AKFSG eine Kooperation mit dem AK Fledermausschutz Leverkusen eingegngen. Mit jeweils einer gut besuchten Aktion an einem Wochenende beteiligten sich die beiden Organisationen erneut an der europaweiten Aktivität zum Fledertierschutz.

 Projekt Regenrückhaltebunker Kohlfurt

 Die umfangreichsten Arbeiten wurden in das Untersuchungsprogramm des Regenrückhaltebunkers Kohlfurt eingebracht. Entsorgungsbetrieb Solingen, Vermögensbetrieb Solingen, Stadtdienst Natur und der AKFSG haben im Jahre 2000 ein auf 5 Jahre angelegtes Projekt gestartet, um die Quartiereigenschaften eines außer Dienst gestellten Regenrückhaltebunkers als Quartier für Fledertiere zu prüfen und zu beurteilen.

Im abgelaufenen Berichtszeitraum haben wir die zu diesem Zweck eingebauten Datenlogger ausgewertet und sind zum Ergebnis gekommen, dass die mikroklimatischen Bedingungen verbessert werden müssen. Zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit mußten die alten Becken geflutet werden. Für uns erstaunlicherweise geschah dies nach mehreren starken Regenfällen „von Geisterhand". Bei einem gemeinsamen Termin mit den Spezialisten der Entsorgungsbetriebe Solingen konnte nicht abschließend geklärt werden, woher das Wasser in den abgebunden Bunker einströmt.

Ein weiterer Punkt war der Versuch, das schnelle Auskühlen des Bunkers zu verhindern. In einer Großaktion wurde vom AKFSG der Eingangsbereich des Bunkers durch die Errichtung einer Wand verringert, um den Luftaustausch zu verringern. Der EBS /VBS brachte auf die Kältebrücken der mit dünnen Betonschichten verschlossenen Bunkeröffnungen Styroporisolationen an, die anschließend wieder mit Erde abgedeckt wurden.

Nach Ausfall und Austausch sämtlicher Logger- Batterien, sowie der Reparatur zweier Datenshuttels, kann über den Winter 2002 / 03 das Ergebnis der Aktivitäten meßtechnisch aufgenommen werden.

Im Bunkerinneren haben wir mehrere Versteckmöglichkeiten aus Holzbeton und Holz eingebaut, um auch hier die Zahl der unterschiedlichen Quartiertypen zu erhöhen.

Mit der Fa. Chirotech und ihrem Vertreter, Herrn Kugelschafter, wurde die Lichtschranke im Vergleichsstollen ausgetauscht und durch eine Anordnung ersetzt, die eine dichtere LED- Anordnung aufweist. Die Stromversorgung wurde durch den Austausch einer defekten 12V- Batterie sichergestellt.

Fahrt des AKFSG zu den Buntsandsteinfelsen des Rurtales in Nideggen

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung 2002 des AKFSG hielten Dr. Henrike Körber und Holger Körber einen Vortrag über die Bundsandsteinfelsen in Nideggen und stellten uns die Probleme dieses Gebietes dar. Im September fuhr der AKFSG mit einer von ihm organisierten Busfahrt in die Eifel, um sich von Henrike und Holger vor Ort die Schutzproblematik zeigen zu lassen.

Weiterhin unterstützte der AKFSG auf der diesjährigen Fachtagung des Landesausschusses Fledermausschutz der NABU in Holzwickede die Verabschiedung einer Resolution zu diesem Thema:

Pressemitteilung

NABU NRW

05. Dezember 2002

Naturschutz/Klettern

Fledermausschutz contra Sportkletterei

NABU NRW fordert Erhalt des bisherigen Schutzstatus der nordrhein-westfälischen Felsstandorte

Düsseldorf – Der Landesfachausschuss "Fledermausschutz" im Naturschutzbund NABU NRW hat in seiner jüngst verabschiedeten Resolution zum "Schutz von

Fledermaus-Quartieren in natürlichen, spaltenreichen Felsbildungen" weiterhin eine ganzjährige Sperrung solcher Felsstandorte in Nordrhein-Westfalen gefordert, die

nachweislich im Winter wie im Sommer von Fledermäusen belegt werden. Damit reagiert der NABU auf die verstärkten Bemühungen des Deutschen Alpen Vereins und der IG

Klettern, mehrere Felsbereiche in NRW beispielsweise im Rahmen von Landschaftsplan-Änderungen dem Klettersport ganz oder teilweise zu öffnen. "Wir wehren uns dagegen,

dass einmalige, geschützte Bereiche dem Interesse einiger weniger geopfert werden sollen", sagt Carsten Trappmann, Sprecher des Landesfachausschusses. Dies widerspäche

jeglichem Naturschutzgedanken.

Natürliche Felsstandorte in Nordrhein-Westfalen sind wegen ihrer ökologischen Einzigartigkeit häufig bedeutende Gebiete des europaweiten Schutzgebietsnetzwerkes "Natura

2000". "Wanderfalke und Uhu brüten hier, Fledermausarten wie das Große Mausohr überwintern in Spalten und Höhlen oder finden im Sommer hier ihre Schlafplätze", weiß

Trappmann. Zahlreiche auf diese Standorte spezialisierte Pflanzen gäbe es hier. "Es ist ein Hohn, dass Felsstandorte jahrelang immer wieder durch illegale Handlungen beim

Klettern geschädigt werden und wenn dann beispielsweise Erosionsschäden bedeutende Arten zurückgedrängt haben, deren vollständige Freigabe zu verlangen", kritisiert der

Sprecher des Fachausschusses das Verhalten der Kletterfreunde. Deshalb würde der NABU auch einer teilweisen Freigabe von Felsen für den Klettersport nur unter klaren

Auflagen zustimmen.

So müsste jede Beschädigung der Felsoberfläche durch Auskratzen von Kletterrouten oder Anbringung von Kletterhilfen verboten werden. "Wir fordern ja nur Dinge, die aus

Naturschutzgründen selbstverständlich sein sollten", erklärt der NABU-Fledermausexperte. So sollte beispielsweise kein Müll in Spalten entsorgt werden. Übernachtungen in

Höhlen oder unter Felsüberhängen müssten verboten sein, da diese Bereiche häufig auch von Fledermäusen genutzt werden. Ganz besonders wichtig sei es, die Anzahl der

Kletterer zu begrenzen und eine Kontrolle der Verbote zu gewährleisten.

Grund des heftigen Widerspruches von Seiten der Naturschützer ist die aktuelle Umsetzung des Landschafsplanes Kreuzau/Nideggen im Kreis Düren. Bereits in der letzten

Legislaturperiode sollte unter einer rot-grünen Kreisregierung ein Landschaftsplan umgesetzt werden, in dem die als § 62- Biotop ausgewiesenen Felsstandorte endlich

umfangreich geschützt werden sollten. "Davon ist seit dem Regierungswechsel nichts mehr übrig geblieben", so Trappman. Hier werde jetzt versucht, einen Landschaftsplan

durchzusetzen, der allen Interessen gerecht würde, nur nicht dem Naturschutz. "Was die Interessen der Kletterfreunde anbelangt, haben wir sogar einen Tipp", so der Sprecher

des Fachausschusses. Klettern in den dafür errichteten Hallen sei allemal naturverträglicher.

Für Rückfragen:

Birgit Königs, Pressestelle NABU NRW, Tel.: 0211-159251-14

Sommerfest 2002 des AKFSG

Auch dieses Jahr wurde wieder bei wunderbarem Wetter gefeiert!

Für den Vorstand

Helmut Pötzsch, Vorsitzender des AKFSG