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Fledermaus-Schutz

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Arbeitskreis Fledertierschutz Solingen e.V. AKFSG

Das Jahr 2001

Bericht von der Jahreshauptversammlung des Arbeitskreis

Fledertierschutz Solingen e.V. (AKFSG) vom 26.01.2002

Stollenkontrollen 

Die Stollenaufbrüche des Jahres 1999 hinterlassen immer noch ihre Spuren in den Individuenzahlen der besetzten Stollen. Im Winter 2000/01 haben sich keine Veränderungen weder im Positiven noch im Negativen gegenüber den Zahlen des Vorjahres ergeben.

Der Stollen an der Ley hat im Sommer einen „Aufsäge- Versuch" über sich ergehen lassen müssen. Der „Säger" ist allerdings an der dickwandigen Ausführung der alten Gasrohre gescheitert.

Hervorzuheben ist ein Sommerfund einer Wasserfledermaus in einem Holzbetonkasten. Dieser

Holzbetonkasten hängt in einem von uns betreuten Stollen am Eschbach und dient uns im Winter normalerweise dazu, gepflegte Fledertiere wieder auszusetzen.

Zu unserer Überraschung waren es im November 2001 dann auf einmal zwei Wasserfledermäuse. Wenn das so weitergeht...

 Fledertierkastenkontrollen

 In diesem Jahr haben wir uns dem unteren Ittertal im Bereich der Bahnlinie Köln / Wuppertal zugewandt. Die Familie Sinzel hat gemeinsam mit uns auf ihrem Grundstück ein große Zahl von unterschiedlichen Fledertierkästen aufgehangen. Das Ergebnis der Kontrollen: in fast jedem Kasten gab es Fledertierkot. Tiere haben wir nicht vorgefunden, dafür störten wir in einem Kasten eine große Zahl von Spinnen. Der Uhu, der vor einiger Zeit den Grill der Familie Sinzel als Domizil ausgewählt hatte, ist nicht wiedergekommen. Für ihn sind Fledertiere sicherlich ein Leckerbissen...

 Fledertier-Notruf

 Auch für das Jahr 2001 haben wir für den Fledertier-Notruf Unterstützung durch die Niehoff- Stiftung Solingen erhalten. Nicht zu zählen sich die Anrufe über diesen telefonischen Notruf und die emails über unsere Homepage www.fledertiere.de, die wir mit der Bitte um Hilfe erhalten. Selbst aus Italien erreichte uns Anfang Dezember ein Notruf.

Einer ganzen Reihe von Fledertieren konnten wir „behilflich" sein. Einem weiblichen großen Abendsegler, der fast vor unserer Haustüre in Hilden völlig entkräftet aufgefunden wurde, geht es jetzt trotz einer Teilamputation von vertrockneter Flughaut und Fingerknochen wieder gut, kann wieder fliegen und lebt jetzt in der Abendseglerstation der Familie Wohlgemut / Derivat.

 

Fledermausschutz-Club im Internet

Unser Fledermausschutz- Club im Internet geht ins zweite Jahr! Herr Frank Hamacher, stellvertretende Vorsitzender des AKFSG, organisiert und betreut über Yahoo diesen Fledermausschutz- Club.

Das kostenlose Angebot wird inzwischen gut genutzt und kann von jedem, der einen Internet- Anschluss besitzt, bei der Diskussion von Fragen rund um den Fledertierschutz verwendet werden. Auf unserer Homepage findet sich weiterhin eine spezielle Seite, die das Anmeldeverfahren erläutert.

In Zukunft möchten wir die Fragen, die uns als AKFSG per email aus dem deutschsprachigen Raum erreichen und sich nicht direkt auf unsere Region beziehen, zur Beantwortung auf den Fledermausschutz- Club im Internet selbst verweisen. Wir halten dies für diejenigen zumutbar, die sich über das Medium Internet an uns wenden, denn wer uns dort gefunden und erreicht hat, kann sicherlich auch seine Frage im Club stellen, zumal er von dort nicht nur eine Antwort erhält, sondern eine Vielzahl von „Augen" sich mit seiner Anfrage beschäftigen werden.

 Zeiter Stollenverschluß im Remscheid

 Nachdem die TÜV- Akademie Wuppertal im Jahre 2000 das Gitter geschweißt hatte , wurde mit weiterer finanzieller Unterstützung der ULB Remscheid und des zuständigen Forstes Remscheid in mehreren Einsätzen im Jahre 2001 dieses Gitter eingebaut. Höhepunkt war die Betonieraktion mit einer selbstgebauten Betonrutsche. Großen Dank geht an die Aktiven vom AK Fledermausschutz Leverkusen, die uns an diesem Tag geholfen haben. Als innere Einbauten wurde eine zweite Wand eingezogen und im hinteren Stollenbereich zusätzliche Versteckmöglichkeiten geschaffen.

Lauschboxen

 Lang waren erst einmal die Gesichter, als wir feststellen, dass bei unserem Lauschboxen- Projekt ein technisches Problem vorlag: Die im Handel erhältlichen DC/DC- Wandel von 12 V auf 3V und von 12V auf 9V gaben von den Zerhackern Frequenzen im Ultraschallbereich ab und störten die Aufnahme. Selbst die Hinweise aus unserem Internet- Club ergaben keine Lösung. Unser Mitglied Jörg Hucklenbroich hat sich dann das Problem vorgenommen und erst einen Prototyp für das Kassettengerät und nun auch für den Ultraschalldetektor entwickelt, der ohne die störenden Zerhacker auskommt. Im neuen Jahr beginnt die Produktion der Platien und deren Bestückung. Für die neue „Jagdsaison" der heimischen Fledertiere steht das System bereit und liefert uns dann hoffentlich weitere aufschlußreiche Geheimnisse „der Nacht"!

 European Bat Night

 Am 25.8.2001 beteiligten wir uns erneut an der europaweiten Aktivität zum Fledertierschutz. Mit einer eigenen Veranstatung in Solingen unterstützten wir die European Bat Night.

Fledermauspuzzel- Wettbewerb, Malwettbewerb, Videos, Offlinesurfen, Vorstellen der Fledermauskäsen, Detektoren, Endoskop mit anschließender Nachwanderung vom Engelsberger Hof aus rund um die Spiegelteiche standen auch in diesem Jahr wieder auf dem Programm.

Ein Interview des Vorsitzen in Radio RSG ging diesem Abend voraus und führte wohl auch dazu, dass das Besucherinteresse ca. 100 Personen umfasste.

 Projekt Regenrückhaltebunker Kohlfurt

 Entsorgungsbetrieb Solingen, Vermögensbetrieb Solingen, Stadtdienst Natur und der AKFSG haben im Jahre 2000 ein auf 5 Jahre angelegtes Untersuchungsprogramm gestartet, um die Quartiereigenschaften eines außer Dienst gestellten Regenrückhaltebunkers als Quartier für Fledertiere zu prüfen und zu beurteilen. Für den ersten Berichtszeitraum haben wir die zu diesem Zweck eingebauten Datenlogger und Lichtschranke ausgewertet. In einer gesonderten Information werden wir die Ergebnisse vorstellen.

Sommerfest 2001 des AKFSG

Auch dieses Jahr wurde wieder gefeiert! Vorher fand allerdings eine Mitgliederversammlung statt, die eine neue Beitragsordnung nicht nur im Zeichen des Euro verabschiedete, sondern auch der Tatsache Rechnung trug, dass auch unsere Kosten stiegen. Gleichzeitig wurde u.a. eine Familienmitgliedschaft eingeführt, um bei Familien-AKFSG-Mehrfachmitgliedern keine Härten auftreten zu lassen.

Jahreshauptversammlung 2002

Im Rahmen der diesjährigen Jahreshauptversammlung in der Biologischen Station Mittlere Wupper findet ein Vortrag von Dr. Henrike Körber und Holger Körber (AKFSG-Migl.) u.a. über die Bundsandsteinfelsen in Niedeggen statt. Henrike und Holger sind die Kartierer der Fledertiere in diesem Bereich und wollen uns die Probleme dieser Region vorstellen und schreiben uns dazu:

„Die Buntsandsteinfelsen des Rurtales / Nordeifel - Kreis Düren:

Natürliche Felsbiotope im Brennpunkt zwischen

Natur- und Artenschutz kontra Freizeitgestaltung

Vor 2 Millionen Jahren hatte die Rur die Buntsandsteinschichten der Nordeifel aus dem Erdmittelalter (220 Mill. Jahre) angeschnitten und imposante Felswände, -türme, überhängende Felsvorsprünge, Klüfte und Pilzformen herausgebildet. Diese verleihen der Landschaft ihren besonderen Reiz und den malerischen Charakter. Die Buntsandsteinfelsen an der Rur stellen eine Naturlandschaft dar, die in ihrer Einmaligkeit nur mit unberührten Mooren oder Resten von Urwäldern vergleichbar ist. Typische Bewohner des Standortes mit seinen extremen Bedingungen - Kälte, Hitze, Trockenheit, Nährstoffarmut - sind konkurrenzschwache und vielfach seltene Arten. Das Ökosystem Fels stellt sich als buntes Mosaik mit einer enormen Vielfalt vor allem niederer Pflanzen dar und gliedert sich deutlich in Substrukturen vom Wandfuß bis zum Gipfelbereich.

Der urtümliche Reiz der Felsen hat im Zuge zunehmender Verbauung der Landschaft bei gleichzeitiger Erhöhung der Freizeit verstärkt zu Konflikten zwischen Erholungsnutzung und Naturschutz geführt. Begleiten Sie uns in den Lebensraum und informieren Sie sich über Strategien zum Schutz dieser einzigartigen Landschaft."