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Fledermaus-Schutz

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Arbeitskreis Fledertierschutz Solingen e.V. AKFSG

Anfangsanalyse der Situation in Solingen

(Stand Ende der 80-er Jahre)

 

Nach den Feststellungen der Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten/ Amt für Agrarordnung Nordrhein- Westfalen (LÖBF), früher (LÖLF), sind gezielte Vorkehrungen zur Stabilisierung und Förderung noch vorhandener Bestände von Fledertieren notwendig.

 Optimistisch wäre anzunehmen, daß vor der eigenen Haustüre die Situation besser wäre als auf Landesebene und kein Handlungsbedarf bestehen würde.

Erfolgversprechende Sicherungs- und Entwicklungsmaßnahmen setzen allerdings als Entscheidungsgrundlage zum einen eine eingehende Analyse der Gefährdungsfaktoren und zum anderen eine möglichst genaue Kenntnis der Biologie, verbunden mit einem daraus abgeleiteten Anforderungsprofil an die Ökologie der Lebensstätten und deren Übertragung auf die Situation der Einzelfalles, voraus.

Gehörten in den früheren Jahrzehnten Fledertiere noch zum selbstverständlichen alltäglichen Bild des Lebens und waren im Bewußtsein der Menschen als Teil ihrer Umgebung präsent, so bilden sie heute die Ausnahme.

Abgesehen davon, daß sie lautlose nächtliche Jäger auf Insekten sind und sich dadurch den Blicken der Menschen entziehen, hat die extreme Abnahme der Individuenzahl dazu geführt, daß sie heute nur noch mit technischen Hilfsmitteln exakt und durch reine Beobachtung nur noch von sehr wenigen Menschen wahrgenommen werden.

 Diese Ausgangssituation ist auch in Solingen gegeben.

 Lediglich vereinzelt wurden im Zusammenhang mit der Unterschutzstellung eines bestimmten Gebietes als Naturschutzgebiet (NSG) Beobachtungen gemacht und kartiert.

Als Beispiele seien genannt die Biotopmanagementpläne (BMP) zu den NSG:

* Ohligser Heide, 1986: Nachweis Wasserfledermaus und Abendsegler,

* Bielsteiner Kotten, 1986: Vermutung auf Vorkommen,

* Ober der Lehmkuhle, 1986: früher Vorkommen, ab 1986 keine Fledertiere mehr,

* Götsche, 1986: 1986 kein Nachweis,

* Wupperhang zwischen Fuchskuhl u. Unterholzer Bach, 1986: 1986 kein Nachweis,

* Biotopkartierung Mittleres Ittertal, 1988: Hinweis auf Abendsegler,

* ND Widderter Wiesen, 1987: kein Nachweis,

* ND Steinbach, 1986: Nachweis von Abendsegler und Zwergfledermaus.

 Mit Datum 10.10.1988 legte Herr Prof. Dr. Reinald Skiba, Wuppertal, in "Jahresberichte des Naturwissenschaftlichen Vereins in Wuppertal", 41. Heft, Seite 5 bis 31 eine Kartierung mit dem Titel "Die Fledermäuse des Bergischen Landes" vor.

In der Einleitung zu seiner Kartierung stellt Herr Prof. Dr. Skiba fest: "Die Kenntnis vom Vorkommen und Verhalten von Fledermäusen des Bergischen Landes ist auffallend gering. Über die Verbreitung einiger Arten wissen wir lediglich etwas aus groß-regionalen Zusammenstellungen für das Rheinland und örtlichen Beobachtungen besonders im oberbergischen Raum."

 Als Hinweise für den Solinger Raum finden sich in der Kartierung von Herrn Prof. Dr. Skiba folgende Aussagen:

1. Kleinhufeisennase:

... ausgestorben ...",

2. Großhufeisennase :

"... kein Nachweis ...",

3. Wasserfledermaus :

"... Klärteich nördlich Solinger Wald..."(?),"..Der Wupperabschnitt zwischen Müngsten und Leichlingen wurde besonders gründlich in mehreren Nächten abgesucht, ohne daß eine Wasserfledermaus dort aufgespürt werden konnte."

4. Teichfledermaus :

"... in der Umgebung des Bergischen Landes nicht beheimatet ..., ... kein gesicherter Nachweis,"

5. Kl. + gr. Bartfl.:

"... vereinzelt in Stollen des Oberbergischen ..., große Bartfledermaus nicht nachgewiesen ...",

6. Fransenfledermaus:

"... vereinzelt in Stollen des Oberbergischen ...",

7. Bechsteinflederm.:

".. liegt kein Nachweis vor, ... doch muß mit dem Vorkommen der Art gerechnet werden."

8. Mausohren :

"... im Norden des Gebiets ... keine Mausohren.",

9. Abendsegler :

"... konzentriert sich das Vorkommen des Abendseglers auf den niederbergischen Raum und das Rheintal von Leverkusen bis Duisburg ...",

10.Kleinabendsegler :

bisher nur ein Nachweis aus der Nähe von Engelskirchen,

11.Breitflügelfl. :

mit dem "... Fehlen dieser Art ... muß gerechnet werden.",

12.Nordfledermaus :

"... bisher nicht nachgewiesen ...",

13.Zweifarbflederm. :

"... am 12.03.87 eine ... am Rande von Witzhelden ... , nordöstliche und östliche Gebiete."

14.Zwergfledermaus :

"... konzentriert sich das Vorkommen ... aus die höheren Lagen des Bergischen Landes."

15.Rauhautfledermaus:

"... Hauptdurchgang in April und in September / Oktober ... 17.4.87 Remscheid-Lennep, 28.4.87 Leichlingen, 1.7.87 Schloß Benrath, 2.7.87 Langenfeld- Richrath."

16.Braunes Langohr :

"Bisherige Nachweise konzentrieren sich also auf den südöstlichen oberbergischen Raum ... Vermutlich wird die Art an anderen Orten des Bergischen LAndes vorkommen."

17.Graues Langohr :

"... bisher nur ein Weibchen in Nümbrecht",

18.Mopsfledermaus :

"... mit einem Vorkommen im Oberbergischen nicht zu rechnen ... im flachen Norden und im Rheintal ... nicht auszuschließen."

 Zusammenfassend ist festzustellen, daß Mitte der 80- er Jahre für den Bereich Solingen und weitere angrenzende Bereiche des Naturparks Bergisches Land lediglich Flugbeobachtungen von einigen wenigen Arten gemacht wurden und daraus auf Jagdtbiotope der Fledertiere geschlossen werden konnte.

Aus diesen spärlich vorliegenden Informationen konnte bereits auf die Gestaltung von Flächen gezielt u.a. für den Erhalt und die Verbesserung der Nahrungsgrundlagen der Fledertiere hingearbeitet werden, was sich ansatzweise in den Biotopmanagementplänen der NSG's der Stadt Solingen niederschlug.

 Allerdings:

 Winterquartiere, Sommerquartiere und Wochenstuben waren völlig unbekannt.

Mit Stand 1998 sind vom AKFSG bisher insgesamt 8 Fledertierarten in Solingen nachgewiesen worden:

Zwergfledermaus, Wasserfledermaus, Kleine Bartfledermaus, Zweifarbfledermaus, Goßer Abendsegler, Breitflügelfledermaus, Braunes Langohr, Großes Mausohr

Eine ganze Reihe von Winterquartieren sind entdeckt und mit Gittern verschlossen worden.